WIE VIELE GESCHICHTENHABEN WIR?

Geschichte ist weder in Stein gemeißelt noch wird sie der Menschheit aus einem brennenden Dornbusch überliefert. Denn jede Generation schreibt ihre eigene Geschichte und legt ihre Schwerpunkte fest…

Themen unserer gemeinsamen Geschichte untersuchen wir im Erinnerungsparlament: Welche Interessen beeinflussen die Geschichtsschreibung und wie beeinflusst das unser Leben in dieser Region bis heute? Lässt sich Geschichte demokratisch verhandeln? Und was können wir aus unserer Geschichte für eine gemeinsame Zukunft lernen? Das wollen wir mit Euch zusammen erarbeiten.

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Das Erinnerungsparlament bildet fünf thematische Ausschüsse, deren Thesen und Ergebnisse die parlamentarische Debatte vorbereiten:

Ausschuss 1: Jubiläen historischer Ereignisse (Gedenkfeiern)

Wie wurden und werden Jubiläen historischer Ereignisse auf dänischer und deutscher Seite instrumentalisiert? Welche Interessen stehen dahinter? Wie verändern sich geschichtliche Kultur und ihre Rituale?

Ausschuss 2: Globale Geschichte in der nationalen und regionalen Erinnerung

Wie werden globale oder transnationale historische Ereignisse in der dänisch-deutschen grenzüberschreitenden Erinnerung interpretiert (Kolonialisierung, Erster und Zweiter Weltkrieg, Holocaust, Kalter Krieg)? Welche Darstellung finden sie in den nationalen und regionalen Narrativen? Eint oder spaltet ihre Interpretation die Gesellschaft der Region?

Ausschuss 3: Populärkulturelle Interpretation der Gedächtniskultur

Welche Rolle spielt die Populärkultur (Musik, Film, Literatur) für die Erinnerungskultur? Sind die Bilder der Populärkultur nur national verwurzelt? Oder unterstützt die Kooperation zwischen Künstler*innen die Erschaffung einer gemeinsamen Erinnerung?

Ausschuss 4: Historische Argumente  in regionalen und nationalen Konflikten

Inwiefern spielen historische Behauptungen eine Rolle in vergangenen Konflikten um die dänisch-deutsche Grenzregion? Welche Beispiele gibt es dafür und dauern solche Narrative und Stereotype an? Werden sie in einer zukünftigen Erinnerungskultur noch eine Rolle spielen und wie kann man ihnen entkommen?

Ausschuss 5: Chancen für eine zukünftige Erinnerungskultur durch gemeinsame Herausforderungen

Können sich traditionelle Konfliktnarrative der Region durch soziale, wirtschaftliche, ökologische oder internationale Krisen wandeln zu einer gemeinsamen grenzüberschreitenden historischen und zukünftigen Perspektive? Welche Rolle spielen regionale Akteure und Bündnisse dabei?

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Portrait Heike Stockhaus

Heike Stockhaus

Die jüngsten Konflikte mitten in Europa zeigen uns, wie wichtig es ist, dass wir als Bürger*innen die Geschichte unserer Länder kennen und differenziert betrachten können. Die Strukturen von heute sind ja nicht vom Himmel gefallen und immer ging und geht es bei allem um geostrategische Interessen, die nicht unbedingt mit unseren identisch sind. Wenn wir aus der Geschichte für die Zukunft lernen wollen, müssen wir die grundlegenden Mechanismen der Modernisierung unserer Welt, Begriffe wie Expansion und Wachstum, kritisch hinterfragen. Ich bin gespannt, zu welchen Ideen unsere grenzüberschreitende Arbeit führt…